Das DFB-Team – Eine große Erfolgsgeschichte

Die deutsche Länderspielgeschichte ist von zahlreichen Erfolgen geprägt. Keine andere Nation konnte sich bei Weltmeisterschaften so häufig unter den ersten Drei platzieren. Je viermal wurden DFB-Teams Erster, Zweiter und Dritter. Auch der beste WM-Torschütze aller Zeiten kommt aus Deutschland: Miroslav Klose traf in seiner Karriere 16-mal bei den Turnieren in Japan/Südkorea, Deutschland, Südafrika und Brasilien. Interessante Randnotiz: Der Angreifer stand bei all seinen vier WM-Teilnahmen im Halbfinale.

Die Vorkriegsjahre

An der ersten Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay nahm die Deutsche Nationalmannschaft aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der weiten Anreise nicht teil. In der Folge qualifizierte sich die DFB-Elf dann aber für sämtliche großen Turniere, zu denen sie zugelassen wurde. Im Jahr 1934 wurde die DFB-Elf Dritter, nachdem sie im Halbfinale mit 1:3 gegen die Tschechoslowakei verloren und sich im Spiel um Platz 3 mit 3:2 gegen Österreich durchgesetzt hatte. Vier Jahre später zählte die von Sepp Herberger trainierte Mannschaft zum Favoritenkreis, schied aber bereits im Achtelfinale gegen die Schweiz aus. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg wurde der Länderspielbetrieb von 1942 bis 1950 eingestellt.

Das Wunder von Bern

Somit erfolgte die nächste WM-Teilnahme erst 1954 in der Schweiz. Und es sollte ein großer, nicht für möglich gehaltener Triumphzug werden, der als „Wunder von Bern“ in die Geschichte einging. Welcher Fußballfan erinnert sich nicht an den legendären TV-Kommentar: „Rahn müsste schießen, Rahn schießt – und Tor, Tor, Tor.“ In einem sensationellen Finale besiegte Deutschland die klar favorisierten und zu diesem Zeitpunkt seit 32 Spielen unbesiegten Ungarn um Ferenc Puskás nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2.

Das legendäre Finale im Wembley-Stadion

Nachdem 1958 und 1962 das Aus bereits im Halbfinale bzw. Viertelfinale kam, erreichte die Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 1966 wieder das Endspiel. In dem legendären Finale im Londoner Wembley-Stadion geriet die deutsche Mannschaft durch ein umstrittenes Tor auf die Verliererstraße. Bis heute streiten sich die Experten darum, ob das Leder beim so genannten „Wembley-Tor“ von der Querlatte vor oder hinter die Linie gesprungen war. Egal wie: Der Schiedsrichter erkannte auf Tor, es stand 3:2 für England und Deutschland unterlag dem Gastgeber nach einem packenden Spiel mit 2:4.

Jahrhundertspiel, zweiter Titel und Schmach von Córdoba

In Mexiko wurde die deutsche Mannschaft um Torschützenkönig Geld Müller 1970 erneut Dritter. In diesem Turnier kam es auch zum als „Jahrhundertspiel“ betitelten Halbfinale zwischen Italien und Deutschland. Am Ende setzten sich die Italiener mit 4:3 durch. Deutschland besiegte im Spiel um Platz drei Uruguay mit 1:0, Weltmeister wurde Brasilien. 20 Jahre nach dem Wunder von Bern feierte die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft erneut den Gewinn des WM-Titels. Beim Heim-Turnier berappelte sich der Gastgeber nach dem bitteren 0:1 in der Vorrunde gegen die DDR und gewann schließlich im Finale mit 2:1 gegen die Niederlande. Auch die WM 1978 in Argentinien hatte eine besondere Geschichte zu bieten: Bei der so genannten „Schmach von Córdoba“ unterlag Deutschland dem Underdog aus Österreich – eine bis heute vielzitierte Niederlage. So musste die DFB-Auswahl bereits in der Zwischenrunde die Segel streichen und Helmut Schön trat als Bundestrainer zurück.

Wolfgang Overath und Gerd Müller mit dem Weltmeisterpokal

Zwei Finals gegen Argentinien

Vier Jahre später wurde Deutschland nach der Final-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Frankreich Zweiter, 1986 scheiterte das Team von Bundestrainer Franz Beckenbauer im Finale mit 2:3 an Argentinien. Doch 1990 gelang in Italien die Revanche: Dank des Elfmeter-Tores von Andreas Brehme wurde das dritte Endspiel in Folge endlich gewonnen und der dritte WM-Titel unter Dach und Fach gebracht. Es sollte für lange Zeit der letzte Erfolg sein.

Eine Schwächephase

In den USA verlor Deutschland vollkommen überraschend das Viertelfinale gegen Bulgarien mit 1:2 und 1998 in Frankreich setzte es ebenfalls im Viertelfinale eine deftige 0:3-Pleite gegen Kroatien. Es war die schwächste Phase in der Geschichte der Deutschen Nationalmannschaft! 2002 folgte mit dem Erreichen des Finales ein erster Befreiungsschlag: Dank eines 1:0-Erfolgs gegen Gastgeber Südkorea zog Deutschland mal wieder ins Finale ein, welches allerdings gegen Brasilien nach zwei Treffern von Ronaldo mit 0:2 verloren wurde. Bei der von einer fantastischen Stimmung getragenen WM „dahoam“ war im Halbfinale gegen Italien Endstation. Die überraschend offensiv auftretenden Azzurri stellten Deutschland vor große Probleme und setzten sich mit 2:0 durch. Dank des 3:1 gegen Portugal wurde das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann letztlich Dritter.

Die Ära Löw

In Südafrika, dem ersten WM-Turnier unter Jogi Löw, reichte es erneut zum dritten Platz. Wie schon bei der EM 2008 scheiterte Deutschland auch im WM-Halbfinale an Spanien. Im kleinen Finale gegen Uruguay gab es anschließend einen 3:2-Sieg. 2012 war Löw dann endlich am Ziel seiner Träume: Nach schwächeren Spielen wie dem glücklichen 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Algerien und dem knappen 1:0 gegen Frankreich zog die deutsche Mannschaft ins Halbfinale ein. Hier folgte eine nicht für möglich gehaltene Leistungssteigerung, die in dem jetzt schon legendären 7:1-Erfolg gegen Gastgeber Brasilien gipfelte. Im Finale ging es schließlich – wie schon 1986 und 1990 – gegen Argentinien. Diesmal wieder mit dem besseren Ende für Deutschland, das sich dank des „Goldenen Tores“ von Mario Götze in der Verlängerung mit 1:0 durchsetzte und seinen vierten WM-Titel feierte.

Die Ergebnisse in der Qualifikation für das Turnier 2018 in Russland lassen nun bereits auf weitere Erfolge hoffen. Denn Deutschland verließ in allen zehn Quali-Spielen das Feld als Sieger. Dies war zuvor nur Spanien gelungen.

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Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. Eine sehr gute Zusammenfassen. Ich kann mich noch so gut daran erinnern, als ob es gestern war, wo Deutschland 1990 den WM-Titel nach Hause geholt hat. Dass das Sommermärchen 2006 nicht geklappt hat fanden wir hier bei der WM im eigenen Land natürlich sehr schade – die Spiele und den Flair, der diese WM jedoch begleitete waren ein einmaliges Erlebnis. Bin gespannt wie es 2018 für uns dann ausgeht.

  2. Super Bild von Gerd Müller. Dieser Mann ist eine Ikone im deutschen Fußball. Schade, dass es so große Spieler wie ihn seitdem nicht mehr wirklich gab. Das Team von damals war großartig!

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