Zusammenfassung und Statistiken zur WM 2010 in Südafrika

Der Pokal ist in Spanien, die Fans reisen ab. In der riesigen Shoppingmall in Sandton City werden die letzten Mitbringsel gekauft. Die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent ist Geschichte. Was in Erinnerung bleibt, ist eine großartige Zeit in einem Land mit tollen Menschen und voller unglaublicher Vielfalt, das den Menschen aus aller Welt eine Menge geboten hat.

Südafrika

Das Land, die Menschen – einfach wundervoll. Südafrika war ein toller Gastgeber, die Leute überall und immer freundlich, hilfsbereit und gut gelaunt. Südafrika ist voller Gegensätze. Reich und arm, schwarz und weiß, Meer und Berge. Als WM-Besucher hat man einen kleinen Einblick bekommen. Die WM war Werbung für das Land. Viele werden zurückkommen oder anderen einen Besuch schmackhaft machen.

Die Stimmung zur WM

Farbenfroh und ausgelassen. Wenngleich die Atmosphäre in den Stadien nicht mit der in europäischen Arenen mithalten konnte. Viele Zuschauer hatten einfach keinen echten Bezug zum Fußball. Das wird in vier Jahren in Brasilien deutlich anders sein.

Südafrikanische Fans bei der Weltmeisterschaft 2010

Organisation der Weltmeisterschaft

Im Großen und Ganzen war die WM aus organisatorischer Sicht eine gelungene Veranstaltung. In Spielorten wie Kapstadt oder Durban gab es stimmungsvolle Fanfeste und Fanmeilen, geschmückte Innenstädte und viel Atmosphäre. In Johannesburg gab es rund um Soccer City leider gar nichts, der Ellis Park liegt in einer Gegend, in der man sich nicht lange aufhalten will.

Transportmöglichkeiten

Das größte Manko. Besonders in Johannesburg musste man stundenlange An- und Abfahrten in Kauf nehmen. Die Infrastruktur war in dieser Hinsicht einfach nicht ausreichend, die Straßen voll, die Züge überlastet.

Sicherheit

In den Spielorten kein Problem. Polizei- und andere Sicherheitskräfte waren rund um die Stadien, auf den Fanfesten und Fanwalks präsent. Natürlich gab es Diebstähle, aber die gibt es in anderen Ländern genauso. In und um Johannesburg mit dem PKW unterwegs zu sein, war allerdings schon ein kleines Abenteuer.

Skandale

Das Auftreten der französischen Mannschaft war eines Vize-Weltmeisters nicht würdig. Der Eklat um Anelka und der Boykott des Trainings vor dem letzten Gruppenspiel gegen Südafrika haben ein schlechtes Licht auf die „Equipe Tricolore“ geworfen, die ohnehin unter ungünstigen Voraussetzungen (Playoff gegen Irland) nach Südafrika gereist war.

Schiedsrichter

Es gab mehrere drastische Fehlentscheidungen, besonders die Spiele Deutschland gegen England und Argentinien gegen Mexiko waren betroffen. Das Endspiel mit einem schwachen Referee und einem Rekord an Gelben Karten war ein unschöner Schlusspunkt. Wenngleich auch die Spieler, besonders die Niederländer, ihren Anteil daran hatten.

Niveau

Es gab relativ wenige herausragende Spiele. Und wenn, war die deutsche Mannschaft zumeist beteiligt. Die Vorrundenpartie zwischen Brasilien und Portugal (0:0) war eine der größten Enttäuschungen des Turniers, wie auch das sang- und klanglose Ausscheiden von Weltmeister Italien. Spanien ist ein verdienter Weltmeister, auch wenn die Mannschaft nicht so schön und überzeugend gespielt hat wie bei der EM zwei Jahre zuvor in 2008.

Das DFB-Team bei der Weltmeisterschaft 2010

Der moralische Weltmeister. Dafür können sich die Mannschaft und die Fans zwar nichts kaufen, aber das positive Bild, das die DFB-Elf und ihre Anhänger in Südafrika abgegeben haben, ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Müller und Co. waren perfekte Botschafter für unser Land.

Torjäger – WM 2010 in Südafrika

# Spieler Team Tore
1
David Villa
Spanien 5
2
Diego Forlán
Uruguay 5
3
Thomas Müller
Deutschland 5
4
Wesley Sneijder
Niederlande 5
5
Gonzalo Higuaí­n
Argentinien 4
6
Miroslav Klose
Deutschland 4
7
Robert Vittek
Slowakei 4
8
Landon Donovan
USA 3
9
Asamoah Gyan
Ghana 3
10
Luis Fabiano
Brasilien 3
11
Luis Suarez
Uruguay 3
12
Daniele De Rossi
Italien 2
13
Elano
Brasilien 2
14
Samuel Eto’o
Kamerun 2
15
Javier Hernández
Mexiko 2
16
Brett Holman
Australien 2
17
Keisuke Honda
Japan 2
18
Iniesta
Spanien 2
19
Chung-Yong Lee
Südkorea 2
20
Jung-Soo Lee
Südkorea 2
21
Lukas Podolski
Deutschland 2
22
Winston Reid
Neuseeland 2
23
Arjen Robben
Niederlande 2
24
Robinho
Brasilien 2
25
Carlos Tévez
Argentinien 2
26
Tiago
Portugal 2
27
Kalu Uche
Nigeria 2

Bei der Schlussfeier: Ovationen für Mandela

Nelson Mandela hat bereits vor dem Anpfiff des WM-Finals für den ersten Höhepunkt gesorgt. Als der ehemalige Präsident Südafrikas vor dem Duell zwischen Spanien und den Niederlanden auf dem Rasen des Soccer-City-Stadions von Johannesburg erschien, löste er bei den knapp 85.000 Zuschauern einen Sturm der Begeisterung aus.

Mandela, in Pelzmütze und Wintermantel gekleidet, wurde nach der offiziellen Schlussfeier auf einem offenen Golfwagen sitzend in den Innenraum der Arena gefahren. Als er mit einem strahlenden Lächeln dem Publikum zuwinkte, brachten ihm die Zuschauer stehend Ovationen dar.

Bis zum letzten Moment hatten Mandela und seine Familie seine Teilnahme an der Schlussfeier offen gehalten. Zu groß waren die gesundheitlichen Bedenken ob der zunehmenden Schwäche des fast 92-Jährigen gewesen. Doch letztendlich entschied sich der Friedensnobelpreisträger dafür, sich zumindest für einen kurzen Moment der Weltbühne und den Fans im Stadion zu zeigen.

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Dieser Artikel hat 1 Kommentar

  1. Schöne Statistik! Hätte nicht gedacht, dass wir in der Torschützentabelle so häufig vertreten waren. Auch wenn man mit der WM 2010 sofort an Vuvuzelas denkte, sollte man nicht vergessen, dass sich die deutsche Nationalelf von einer sehr schönen Seite präsentiert hat.

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